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20.05.2010, 13:17

RPG-Story: Ein Tag im Casino

Mein erstes RPG hier. Ich hab schon bessere geschrieben, aber ich muss erst wieder reinfinden. ;)

RPG on /


Garuda saß an der Bar im Casino und hielt den Kopf über seinen Drink. Er hatte gestern Abend noch einen Tag Zwangsurlaub erhalten wegen unangemessenem Verhalten im Dienst. Er hatte zwar Einspruch gegen seinen Zwangsurlaub eingelegt, aber das war mehr oder weniger Sinnlos. Bis sich Jemand mit dem Fall auseinandersetzen würde, wäre der Tag bereits vergangen und er würde Morgen wieder ganz normal seinem Dienst nachgehen. Dementsprechend sah er nicht wirklich motiviert aus. Er hing über seinem Drink, zog genüsslich und gedankenverloren an seiner Zigarette und stieß den Qualm in die bereits von Qualm geschwängerte Umgebung der Bar aus.

Aus dem Hintergrund hörte er euphorisches Jubeln. Desinteressiert blickte er hinüber zum Würfeltisch und entdeckte Minimal_Electro, einen jungen Söldner der vor ein paar Tagen aufgefallen war, als er etwas orientierungslos in der Station umherirrte. Garuda hatte ihm geholfen sich zu Recht zu finden und seit dem hatte er ihn nicht mehr gesehen. Aber jetzt sah er wie der junge Söldner voller Euphorie die Würfel schwang und das scheinbar erfolgreich. Doch nicht nur Garuda fiel die Euphorie auf. Ein paar alteingesessene Söldner saßen an einem Tisch und unterhielten sich angeregt, bis sie von Electro‘s Jubel unterbrochen wurden.Garuda kannte die Söldner, sie waren ihm ein paar Mal über den Weg gelaufen. Man hatte sich kurzzeitig Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht und war dann wieder seiner Wege gegangen. Also konnte man nicht wirklich von einem „Kennen“ reden. Aber die Leute waren Garuda zumindest bekannt. War er doch selbst erst seit ein paar Tagen dienstlich auf der Station unterwegs.


Garuda senkte seinen Kopf wieder über das Glas und nahm einen Schluck von dem klaren Inhalt und stellte das Glas dann wieder ab. Er wollte gerade wieder Gedankenverloren an seiner Zigarette ziehen, als er plötzlich einen Aufschrei der Empörung vernahm und die Stimme Electro zuordnete. Er wandte sich mit dem Kopf in dessen Richtung und sah nur den Rücken einer der Söldner, der Electro’s Erscheinung vollkommen abschattete.


(Ende Teil 1)

2

20.05.2010, 13:18

„Finger weg, Alter! Das gehört mir!“, hörte man Electro fauchen.

„Nicht mehr! Jetzt gehören sie mir! Kommt davon wenn man hier rumbrüllt und andere belästigt.“, kam es emotionslos von dem Stämmigen Kerl der sich gerade eine Handvoll Spielchips von Electro gegriffen hatte und sich diese in die Taschen stopfte.

„Man, die hab ich mir erspielt! Gib sie mir zurück! Das war doch keine Absicht!“, keifte Electro nochmal bevor er dann von dem Kerl gestoßen wurde und Rücklinks zu Boden ging. Ein regen von Spielchips prasselte auf den jungen Söldner hinunter der gerade seine letzten Credits beim Würfeln gesetzt hatte und mit Fortunas Glück die Summe mehr als verdoppeln konnte.

Gerade wollte sich Electro aufrappeln um auf den Hünen loszugehen, da wurde dieser schon von 2 weiteren Söldnern flankiert. „Versuch es erst gar nicht.“, blaffte die Frau die sich an seine Seite gestellt hatte und grinste Electro provokant an. Der andere Söldner grinste ebenfalls provokant und wartete nur auf die Gelegenheit Electro ein paar Chips abzunehmen. Im Eifer eines Kampfes würde das bestimmt nicht auffallen.

Electro biss sich knirschend auf die Zähne, während er mit den Füßen seine Spielchips zusammenkehrte. "Na wartet, das bekommt ihr alle noch zurück!", knurrte er zwischen zusammen gepressten Zähnen.

Der Kerl der Electro gerade noch einen dicken Batzen seiner Chips abgenommen hatte grinste nur breit und wandte sich dann lachend ab. „Kommt lasst uns gehen, bevor er gleich anfängt zu heulen.“, meinte er und griff der Frau um die schlanke Taille. „Das ist unser neues Wasserbett.“, murmelte er ihr dabei ins Ohr und ging auf den Ausgang zu.

Electro hob seine Chips auf du wirkte äußerst verärgert. „Blödes Pack!“, knurrte er den Söldnern hinterher und ärgerte sich zu Tode. Als die Söldnergruppe aber an Garuda vorbei kam, schmunzelte der junge Sergeant der Militärverwaltung.

„Da kommt sich aber Jemand wirklich toll vor. Gratulation das du dem Neuen seine wohlverdienten Credits abgenommen hast. Dafür erhältst du bestimmt einen Orden.“, meinte Garuda vollkommen emotionslos und wandte sich der Gruppe zu.

„Misch dich nicht ein!“, blaffte die Frau gleich los und kniff die Augen zusammen. Auch die Anderen er Gruppe blieben stehen und der Hüne sah zu Garuda. „Und was hast du für ein Problem?“, fragte er amüsiert schmunzelnd.

„Gar keins. Nur mit denen die es nötig haben jungen Söldnern ihre Credits abzunehmen. Zeigt sich ja mal wieder wie Charakterlos ihr Söldner seid. Ein Wahres Armutszeugnis.“, antwortete Garuda und reagierte auf die bluffende Frau erst gar nicht und fixierte nur den Kerl, der Electro’s Spielchips in seinen Taschen hatte.

Die Frau schwieg, als sie von dem Sergeant ignoriert wurde. Auch der andere schien nichts mehr zu sagen zu haben. Der Hüne jedoch runzelte die Stirn und sah Garuda festen Blickes an. Garuda hielt dem Blick stand und wirkte dabei völlig locker und gelöst. Zu allem bereit.

„Tja, das hat er nun davon. Wieso muss er hier auch so rumschreien. Passiert jedem der so voller Euphorie rum nervt. Ich sehe das eher als Lernstunde. Beim nächsten Mal wird er hier nicht mehr so rumbrüllen und seinen Erfolg allen Kundtun. Lernen durch Schmerz und Motivation durch Entsetzen.“, antwortete der Söldner immer noch belustigt und wollte sich gerade wieder dem gehen zuwenden.

„Uh, was für ein Machospruch! Du bist bestimmt ein toller Söldner! Immer wieder erstaunlich wie ihr eure Charakterlosigkeit und Geilheit auf Credits argumentiert. Wenn du einfach nur gesagt hättest, er soll ruhig sein. Hätte das schon vollkommen gereicht und nur weil es dir einmal passiert ist, musst du das noch lang nicht bei Anderen auch machen. Solche Leute wie du kotzen mich einfach an!“, gab Garuda genervt von sich und erhob sich von seinem Barhocker. Er wusste dass er sich keine Freunde machte und dass er gegen den Hünen keine Chance hätte, wenn es darauf ankäme.

Der Hüne schwieg und auch das grinsen war im verflogen. Er schob die Frau und seinen Kumpel von sich und machte einen Schritt auf Garuda zu, ohne dass dieser zurückwich. „Jetzt hör mir mal zu. Mag sein das du Recht hast, aber ich lass mir von einem Sergeant der Militärverwaltung nicht sagen wie ich mit anderen umzugehen habe. Und wenn du heute Abend nicht durch eine Schnabeltasse essen willst ist, die Diskussion hiermit beendet.“, gab er eindringlich von sich und ließ Garuda stehen. Er wandte sich ab, hackte sich bei seiner Frau ein und verließ mit seinen Söldnerkameraden das Casino.

„Ja, die Diskussion ist beendet - vorerst!“, gab Garuda schnaufend und leise von sich, als der Hüne seiner Wege zog und wandte sich dann Richtung Electro, der wütend und geknickt an einem Tisch platzgenommen hatte.

„Blöde Söldner!“, schimpfte er als Garuda näher kam und sah dann alarmiert zum Sergeant, der auf ihn zutrat. „Ach du bist es, Garuda.“, murmelte er dann erleichtert.

„Na, komm Electro. Lass dich von diesen Flitzpiepen nicht so runterziehen.“, versuchte Garuda den jungen Söldner aufzumuntern und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und nahm neben ihm Platz.

„Leichter gesagt als getan. Meine schönen Credits. Die hab ich mir so hart erspielt.“, gab Electro sichtlich gereizt von sich. „Warte nur, dem zahl ich das schon noch heim! Der bekommt seine Tracht Prügel noch.“

„Achwas. Mach dir nicht unnötig Feinde hier. Steh drüber! Du hast doch genug Credits gewonnen! Pfeiff auf die paar Credits. Pass lieber gut auf den Rest auf.“, grinste Garuda wohlwollend.

„Da kannst du Gift draufnehmen! Die bekommt keiner mehr!“, zwinkerte Electro dem Sergeant zu.

„Na siehst du. So gefällst du mir schon besser. Außerdem empfehle ich dir, deine Credits schnellst möglich auszugeben. Was weg ist, kann dir nicht weggenommen werden.“, grinste Garuda und erhob sich wieder. „Also. Bis später. Ich muss wieder los. Mich bei meinem Vorgesetzten melden.“

„Danke, Garuda! Zum Glück gibt es Leute wie dich!“, lächelte Electro wieder halbwegs.

„Kein Problem! Wir sehen uns und pass auf deine Credits auf!“, zwinkerte Garuda zum Abschied und verließ ebenfalls das Casino.

/ RPG off